Der Schweizerische Friedensrat ist 80 Jahre geworden – Jubiläumsveranstaltung
Am 6. Dezember 2025 feierte der Schweizerische Friedensrat sein 80-jähriges Jubiläum mit der Tagung «Handeln statt Hoffen» in Zürich.
December 6, 2025
Gegen 100 Personen trafen sich im Kirchgemeindehaus Aussersihl, um zurückzublicken und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Die SFR-Präsidentin Maria Ackermann empfing die zahlreich erschienenen Gäste mit einem Grusswort, in dem sie betonte, dass es in erster Linie darum gehe, in die Zukunft zu schauen und Stellung zu beziehen: für Gerechtigkeit, für die Einhaltung des Völkerrechts, für eine friedlichere Welt.
Die vielfältige Arbeit des Friedensrates
Die ehemalige SFR-Sekretärin Stella Jegher ging in ihren Ausführungen zu 80 Jahre Friedensrat zum einen auf die vielfältigen friedenspolitischen Themen ein, die die Organisation aufgegriffen und diskutiert hat (UNO-Beitritt, Einführung Zivildienst, Atomwaffenverbot, Flüchtlings- und Entwicklungshilfepolitik, Kollektive Sicherheit, offene Asylpolitik, Militär und Ökologie, Kampagne gegen Kleinwaffen, Ostermärsche in Bern und am Bodensee, Rüstungskontrolle und Waffenausfuhrverbot, Veranstaltungen mit dem Café de la Paix, Solidarität mit der Ukraine, Herausgabe der vierteljährlichen FRIEDENSZEITUNG u.a.m).
Zur Auflockerung haben Jenny Heeb, Ruedi Tobler und Peter Weishaupt, die seit vielen Jahren im Friedensrat aktiv sind, einige Anekdoten zum Besten gegeben.
Lisa Mazzone zu Friedensvisionen
Nach dem ausführlichen Überblick auf die Vergangenheit des Friedensrates hatten die Gäste Gelegenheit, drei Workshops zu folgenden Themen zu besuchen: 1. Partizipation von Frauen in Friedensprozessen, geleitet von Larissa Mina Lee von den Friedensfrauen weltweit, 2. «Friedensstrategien und transformative Gerechtigkeit», Leitung Mandy Abou Shoak, Sozialarbeiterin, Menschenrechtlerin und Politikerin, und 3. «Human Veto – Kollektive Sicherheit neu denken» mit Simon Gaus Caprez, Mitbegründer der Umbrella Initiative. Alle drei Workshops wurden gut besucht.
Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Rede von Lisa Mazzone, Präsidentin der Grünen Schweiz, zu Friedens-Visionen 2035. Sie betonte, wie wichtig das Klima ist, denn ohne die Stabilisierung der Klimasysteme auf unserem Planeten verlieren wir unsere Lebensgrundlagen.
Die Bekämpfung der Klimaerhitzung und der von ihr ausgehenden Naturgefahren hat oberste Priorität, auch unter einem friedenspolitischen Aspekt. Die Schweizer Aussenpolitik sollte sich an fünf Pfeilern orientieren: Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat, Klima und Geschlechtergleichstellung. Schlussbouquet
Die Mitarbeit von Frauen in konflikt- und kriegsbezogenen Verhandlungen führt erwiesenermassen eher zu friedlichen Lösungen. Lisa Mazzone bekräftigte, dass wir uns weltweit für Abrüstung und Demilitarisierung einsetzen müssen, Kriegsmaterialexporte sind zu verbieten, der Atomwaffenverbotsvertrag ist zu ratifizieren. Den Tag beschloss ein Podiumsgespräch mit Lisa Mazzone, Stella Jegher und den drei LeiterInnen der Workshops, das von NoraMae Omotayo Herzog moderiert wurde, die auch durch den ganzen Tag begleitete. Im Saal war eine Ausstellung zu 150 Jahre Clara Ragaz zu besichtigen. Clara Ragaz war 1945 Mitgründerin des Schweizerischen Friedensrates. Ausserdem waren Portraits von engagierten Personen wie Jules Humbert-Droz, Hansjörg Braunschweig, Verena Ritter oder Ruedi Tobler, die den Friedensrat massgeblich geprägt haben. Im Foyer präsentierten sich verschiedene Friedensorganisationen, und im Saal konnte man in Büchern zu Friedensfragen der Buchhandlung mille et deux feuilles schmökern.
Das Jubiläum endete mit einem Apéro riche, der von freiwilligen Helferinnen vorbereitet worden war, begleitet vom Duo Naked. Die Gäste genossen es sichtlich, sich auszutauschen, von früheren Zeiten zu schwärmen und immer wieder zu betonen, wie wichtig die Arbeit des Schweizerischen Friedensrates auch in Zukunft sein werde.
Jenny Heeb