16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Jedes Jahr vom 25. November bis 10. Dezember engagieren sich über 300 Organisationen in der Schweiz gegen geschlechtsspezifische Gewalt.
Die Gewaltpräventionskampagne wird von Frieda – der feministischen Friedensorganisation seit 18 Jahren in der Schweiz koordiniert. Jedes Jahr wird ein neues Fokusthema festgelegt. 2025 stand eine Realität im Zentrum, die oft ignoriert wird: Geschlechtsspezifische Gewalt und Behinderungen.
Frauen und queere Menschen mit Behinderungen – besonders jene, die auf Unterstützung angewiesen sind, in Institutionen leben oder unsichtbare Behinderungen haben – erleben zwei- bis viermal häufiger Gewalt. Sie sind Übergriffen, Machtmissbrauch, Kontrolle und Vernachlässigung ausgesetzt – oft täglich. Trotzdem fehlen sie in den Statistiken und haben kaum Zugang zu Schutz oder Unterstützung. Ob sichtbare oder unsichtbare Behinderungen, chronische Krankheit oder altersbedingte Behinderungen – all das erhöht das Risiko, Gewalt zu erleiden.
Seit mehreren Jahren beteiligt sich auch der Friedensrat an der 16-Tage-Kampagne. Am 24. November lud er zusammen mit der WILPFzu einem Podium zum Thema «Zugänglich für alle? Inklusion und strukturelle Gewalt in der Schweiz» ein, an dem Stephanie Weiss, Professorin für soziale Arbeit an der Hochschule Luzern, und die Zürcher Kommunikations- undInklusionsexpertin Saphir Ben Dakon sprachen. In der Schweiz leben rund 1,9 Millionen Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen, die zu Hause oder ineiner Institution leben – das entspricht etwajeder fünften Person. Diese Zahl mag auf denersten Blick hoch, erscheinen. Am Café de la Paix wurde deutlich, wie viele verschiedene Formen von Behinderungen zu berücksichtigensind und dass diese in sichtbaren, oft aber auch in nicht direkt erkennbaren Formen auftreten. Insgesamt 33 Personen beteiligten sichan der Diskussion, die durch eine Gebärdensprachverdolmetschung unterstützt wurde.

