SWISS PEACE COUNCIL   |   CONSEIL SUISSE POUR LA PAIX   |   CONSIGLIO SVIZZERA PER LA PACE

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Am 21. September hat die ganze Welt den UNO Weltfriedenstag gefeiert. In Zürich luden der Schweizerische Friedensrat und IFOR-Schweiz zu diesem Friedensrundgang mit 4 Stationen ein.

Beim Fraumünster inspirierte uns die Gedenktafel für über 1000 Hugenotten – bei einer Bevölkerung von 10’000 E – Beispiel für eine grosszügige Aufnahme von Geflüchteten! Hatim Ali schilderte das Leid, das Krieg und Unterdrückung in Pakistan/Belutschistan anrichtet. Und Séverine Vitali/Solinetz ZH rief die vielen Gründe, die Geflüchtete zur Flucht bewegen in Erinnerung – aber auch, dass viele Freiwillige auch heute sich unermüdlich einsetzen für eine menschliche Aufnahme. Mit einer Schweigeminute gedachten wir der vielen Ertrunkenen im Mittelmeer.

Am Paradeplatz beim Hauptsitz der beiden Grossbanken wies Ueli Wildberger auf die Skandale und Risiken hin, die diese Weltkonzerne, die wir dank unserer Niedrigsteuerpolitik ins Land gelockt haben für die Schweiz bedeuten. Die Schweiz ist wirtschaftlich eine Grossmacht. Bisher schliessen unsere Behörden die Augen vor all den Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen, die ‚unsere‘ Multis in andern Ländern anrichten. Die globale ‚Kriegsökonomie‘ verursacht ein Vielfaches an Opfer im Vergleich zum Krieg!  Die Konzernverantwortungs-Initiative fordert – sofern nicht ein griffiger Gegenvorschlag kommt – die Einhaltung der UNO-Leitlinien für Menschenrechte und Umwelt auch in andern Ländern – ein Jahrhundertanliegen! Lewin Lempert/GSoA zeigt auf, dass wir mit der Deinvestment-Initiative der GSoA einen Hebel haben, um Schweizer Investitionen in die Rüstungs-Industrie – nicht zuletzt in Atomwaffen – zu stoppen.

Im traditionsreichen Haus Gartenhofstr. 7 führt uns Hannes Lindenmeyer von der City Kirche St.Jakob das Wirken der bedeutenden Religiös-Sozialisten Leonhard und Klara Ragaz vor Augen. Leonhard verzichtete auf seine UNI-Professur als Theologie-Professor und beide bauten hier jahrzehntelang eine Arbeiterbildung auf. Klara war international eine führende Pazifistin, Frauenrechtlerin und Mitorganisatorin des grossen Friedenskongresses 1912 in Basel. Heute publiziert, wie Peter Weishaupt erläuterte, der Schweizerische Friedensrat hier die Friedenszeitung und setzt sich u.a.gegen Kleinwaffen und aktuell für die Unterzeichnung des Atomwaffenverbots durch die Schweiz ein (s. Petition auf der ICAN-Webseite).

Auf der Kasernenwiese erzählte Junior Nzita, ein ehemaliger Kindersoldat aus der Dem. Rep. Kongo, eindrücklich und bewegend von seinen unmittelbaren Erfahrungen als Kindersoldat. Mit 12 Jahren wurde er von der Schule weg zwangsrekrutiert. Sie wurden gezwungen,  gegen die eigene Gemeinschaft und Familie Verbrechen zu begehen, um eine Rückkehr zu verhindern. Er erlebte, wie einer seiner besten Freunde von einer Granate an seiner Seite zerfetzt wurde. Er wies auch darauf hin, dass die Waffen, die den mörderischen Kriegen des Südens aus den Industrieländern wie der Schweiz kommen, wo die RUAG Munition in alle möglichen Länder liefert, und Konzerne und Grossbanken korrupte Regierungen und  Warlords finanzieren. Nach 10 Jahren konnte sich Junior aus der Miliz befreien, und beschloss, seine verlorene Kindheit wenigstens andern Kriegswaisen zu schenken, indem er ‚Paix pour l’Enfance‘, ein Projekt für 140 Kinder aufbaute, das ihnen Schule und Ausbildung ermöglicht. Die Kollekte dafür vor Ort ergab erfreuliche 415.- Fr!
Esther Straub  als Kirchen- und Kantonsrätin  wies zum Schluss auf die kürzliche unsägliche Lockerung der Waffenausfuhr in Bürgerkriegsländer hin. 150 Zürcher PfarrerInnen unterschrieben einen Aufruf an den Bundesrat in der NZZ dagegen. Zum Glück wird die ‚Korrektur-Initiative‚ voraussichtlich Gelegenheit geben, diese kriminellen Lockerungen rückgängig zu machen.

 

 

Der Bericht von Ueli Wildberger

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