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Nun ist es so weit. Unsere Veranstaltung im Rahmen der Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen findet statt. 25 Frauen und Männer sind im Kreis, darunter viele junge Frauen und Männer. Wir setzen uns auseinander mit Fragen zum Umgang mit Waffen, wie sie unser Leben prägen, wollen herausfinden, wie die Faszination der Waffe gespeist wird, warum es den Widerstand gegen die Revision der EU Waffen-Richtlinien gibt. Diana stellte die Kampagne vor und samt den 5 Versprechen. 

Die Sportschützinnen Michelle Heynen und Fabienne Füglister erzählen von ihrem Werdegang, wie sie zu Schützinnen geworden sind. Fabienne, aufgewachsen in einer Schützenfamilie und Michelle per Zufall zu diesem Sport gekommen. Beide sind sie fasziniert von ihrem Hobby, weil sie lernen zielgerichtet zu sein, sich zu fokusieren, sich damit vom Alltag entspannen zu können. Erfolgreiches Schiessen gibt ihnen ein gutes Selbstwertgefühl. Sie schätzen auch, dass die Regeln im Schützenverein für Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Wichtig ist ihnen die Regel nie auf Lebewesen zu schiessen. Eine weitere Regel verlangt, dass die Waffen  an einem speziellen Ort aufbewahrt werden müssen und die Munition darf nicht am selben Ort sein. Fabienne, die an internationalen Wettkämpfen teilnimmt, unterstreicht auch die Möglichkeit, so Menschen aus andern Ländern und Kulturen kennen zu lernen.

Nicolas Zogg arbeitet bei männer.ch, der Dachorganisation von Männer und Väterorganisationen. Er spricht von seinem Werdegang, wie er im Militär hätte lernen sollen sich in ein Gefüge von struktureller Gewalt einbinden zu lassen, wie das seinen Werten von Mann sein, von Mensch sein, zuwiderlief und er sich dann für den Weg des Zivildienstes entschlossen hatte. Er legt dar, wie er die Männlichkeitsvorstellungen aufzubrechen versucht, dass ein Mann nicht einfach der Starke, der Alleswissende sein muss. Er versucht dies in seiner Arbeit wie auch seinen beiden Kindern weiterzugeben, im Wissen darum, dass Menschen von vielen gesellschaftlichen Einflüssen geprägt werden.

Er betont, dass die Verfügbarkeit der Waffe ein Problem ist. Mit einem Schuss kann ein Mensch getötet werden. Frauen und Männer werden in Konfliktsituationen mit Waffen bedroht. Von ihr geht die grössere Bedrohung aus, als z.B. von einem Messer.

In der Diskussion wird klar, die Sportschützinnen sehen die Waffe als Sportgerät. Sie gehen verantwortungsvoll damit um. Für sie ist diese Sportart persönlichkeitsstärkend, völkerverbindend, gemeinschaftsfördernd.

Was aber, wenn die Waffe in Hände von Menschen kommt, die damit Angst und Macht ausüben, die damit Konflikte lösen wollen?

Die EU hat ihre Gesetzesrevision nach dem mit schweren Kriegswaffen durchgeführte Massaker in der Pariser Konzerthalle Bataclan vom 13. 11.2015 beschlossen. Die Schweiz als Mitglied der Schengen/Dublin-Assoziationsabkommen, muss die EU Waffenrichtlinien nachvollziehen. Bundesrätin Simonetta Somaruga gelang es in den Verhandlungen mit der EU eine Anpassung an die Schweizer Verhältnisse zu erreichen. Trotzdem hat die SVP und Schützenverbände das Referendum gegen diese moderate Anpassung ergriffen. Voraussichtlich wird am 19. Mai darüber abgestimmt.

Die Sportschützinnen liessen sich nicht auf eine Diskussion zum Waffenrecht ein. Sie fokusierten sich auf ihre Rolle als Sportschützinnen.

Beim anschliessenden St. Nikolaus Apéro mit den selbstgebackenen Grittibänzen, dem Glühwein und Glühmost entstanden intensive Gespräche. Das Waffengesetz wird uns noch beschäftigen.


Nachklang von Maria Ackermann

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