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Titelblatt small arms survey 2003
small arms survey 2007: guns and the City

Das neue Kleinwaffen-Handbuch ist da!

Das «small arms survey» präsentiert jährlich die Ergebnisse des gleichnamigen, in Genf ansässigen internationalen Forschungsprojekts zum Thema Kleinwaffen, das durch schweizerische Gelder mitgetragen wird. Im Zentrum der im August 2007 erschienenen, 329 Seiten umfassenden siebten Ausgabe stehen die zunehmenden Gefahren von Kleinwaffen in den Städten.
Rasante Urbanisierung trägt zu erhöhter Schusswaffengewalt bei.

Die Auswirkungen von Urbanisierung sind in Afrika, Südostasien und Lateinamerika besonders dramatisch

Umfangreiche und unkontrollierte Urbanisierung geht oft mit einem Absinken der öffentlichen Sicherheit einher und steht offensichtlich mit erhöhten Raten von bewaffneter Gewalt in Zusammenhang, stellt die Ausgabe 2007 des «Small Arms Survey» fest. Der Drogenhandel, die Verfügbarkeit von Waffen, Möglichkeiten krimineller Bereicherung sowie die soziale Dislokation und Anonymität von Grossstädten tragen zu bewaffneter Gewalt bei. In vielen Städten ist ein Mangel an Arbeitsangeboten und Ressourcen ein Grund für den Ausbruch urbaner Konflikte, von Brasilien und Guatemala bis Südafrika und Indien.

«Die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt heutzutage in Städten; dies stellt eine besondere Herausforderung für die Bewältigung bewaffneter Gewalt dar», sagt Keith Krause, Programmdirektor des Genfer «Small Arms Survey». Während Urbanisierung früher mit Industrialisierung und wirtschaftlichem Wachstum in Verbindung gebracht wurde, ist dieser Zusammenhang heute abgebrochen. «25 Millionen Menschen ziehen jedes Jahr in die oft von Gewalt und Zwang beherrschten Slums der ausufernden Grossstädte, wo bereits eine Milliarde Menschen wohnt, während sich die Reichen in geschlossene Wohnanlagen zurückziehen», sagt Krause.

Der «Small Arms Survey 2007: Stadt und Waffe» behandelt die mit der Urbanisierung in Verbindung gebrachte Gewalt in einer Reihe von Szenarien. Brasiliens Mordrate mit Schusswaffen ist höher als die anderer Länder zu Kriegszeiten: zwischen 1982 und 2002 hat sich die Mordrate verdreifacht, von 7 auf 21 Todesfälle pro 100 000 Einwohner. In Brasilien verändert sich die Rate der mit Schusswaffen verübten Tötungsdelikte durch Urbanisierung und soziale Ungleichheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Männer in urbanen Gegenden Brasiliens Opfer von Waffengewalt werden, ist 17-mal so hoch wie für Frauen; in ländlichen Bezirken ist der Unterschied geringer. Am
anfälligsten sind junge, arbeitslose Schulabbrecher.

Auch in Post-Konflikt-Szenarien wie in Burundi stellt urbane Unsicherheit ein groses Problem dar. Seit dem Waffenstillstand von 2003 hat sich die Sicherheitslage in Burundi deutlich verbessert. Schwächer war der Fortschritt jedoch in der Hauptstadt Bujumbura, wo 16 Prozent der Befragten bei einer Haushaltsumfrage erklärten, dass es in den meisten Haushalten Waffen gäbe, und viele Leute sich Kleinwaffen wie z.B. Handfeuerwaffen zum Selbstschutz beschafften.

Die Untersuchungsergebnisse verweisen auf die Notwendigkeit, die Sicherheit in urbanen Ballungsgebieten zu verbessern. Massnahmen zur Bekämpfung müssen der Tatsache Rechnung tragen, dass urbane Gewalt verschiedene Ursachen haben kann und von mannigfachen Risikofaktoren beeinflusst wird. Erfolgreiche Interventionen auf Gemeindeebene stützen sich häufig auf Zwangsmassnahmen, wie z.B. gewaltsame Entwaffnung und Geheimdienstaktivitäten, auf verordnete und auf freiwillige Ansätze, wie dezentralisierte Nachbarschaftswachen, zeitlich begrenzte Amnestien, und auf besondere Erziehungs- und Aufklärungsinitiativen.

Die diesjährige Ausgabe des Survey zeigt im einzelnen:
• Zivilisten besitzen rund 650 Millionen der insgesamt 875 Millionen zivilen, militärischen und für die Strafverfolgung vorgesehenen Schusswaffen auf der Welt. Allein die Einwohner der USA besitzen ungefähr 270 Millionen, also rund 90 Schusswaffen pro 100 Personen.
• Jedes Jahr werden zwischen 530 000 und 580 000 militärische Gewehre, Sturmgewehre und Karabiner hergestellt, entweder in Lizenz oder als Kopien ohne Lizenz. Dies entspricht einem Anteil von 60 bis 80 Prozent der jährlichen Gesamtproduktion. Nur 57 Prozent der von Technologieerwerbern hergestellten Waffen werden in Lizenz produziert.
• Mindestens 60 Staaten genehmigten im Zeitraum 2002–2004 Waffenlieferungen in 36 Länder, die man durchaus als verantwortungslos einstufen könnte.
• Niedrigere Waffenpreise werden mit einem erhöhten Bürgerkriegsrisiko assoziiert.
• Je effektiver die Regulierungsgesetze eines Landes sind, um so höher werden auch die Waffenpreise sein. Der Preis eines Sturmgewehrs ist in Afrika rund 200 US-Dollar niedriger als im globalen Durchschnitt, was unterstreicht, wie einfach Waffen über poröse Grenzen transferiert werden können.
• In Karamoja, Uganda, und in Rio de Janeiro, Brasilien, liegen Beweise dafür vor, dass Munition der Sicherheitskräfte in die Hände von bewaffneten Kämpfern und kriminellen Gangs gelangt ist.

Small Arms Survey 2007: Stadt und Waffe, publiziert bei Cambridge University Press, ist die siebte globale Jahresanalyse zum Thema Kleinwaffen. Der Small Arms Survey, ein unabhängiges, von zahlreichen Regierungen gefördertes Forschungsprojekt, ist die Hauptquelle für öffentliche Informationen und Analysen zu allen Aspekten von Kleinwaffen und bewaffneter Gewalt.

www.smallarmssurvey.org

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