Kleinwaffen-Signet Schweizerischer Friedensrat

Medienmitteilung vom 26. September 2006
zum 5. Jahrestag des Zuger Massakers am 27.9.2006


Letzte Gelegenheit für wirksame Waffengesetzrevision!

Appell an den Nationalrat
Morgen Mittwoch, 27. September 2006 jährt sich zum fünften Mal das Massaker im Zuger Parlament. Die Kampagne gegen Kleinwaffen, die – nicht zuletzt unter dem Eindruck dieses Ereignisses – ebenfalls vor fünf Jahren gegründet wurde und seither für eine wirksamere Waffenkontrolle eintritt, appelliert an diesem Tag an den in Flims tagenden Nationalrat, die eingeleitete Teilrevision des Waffengesetzes wenigstens mit der Einführung eines gesamtschweizerischen Waffenregisters zu ergänzen – eine unabdingbare Voraussetzung für eine bessere Waffenkontrolle in der Schweiz, indem Umgehungseinkäufe in anderen Kantonen, wie dies der Attentäter Friedrich Leibacher praktiziert hatte, um sein Waffenarsenal zu erweitern, erschwert werden.

Bis heute haben Bundesrat und das Parlament es in bedenklicher Weise unterlassen, wirkliche Konsequenzen aus dem grössten Massaker, das in der Schweiz je verübt wurde, zu ziehen und das lückenhafte Waffengesetz zu verschärfen. Diese Laisser-faire Politik fordert täglich neue Opfer. Die Ermordung Corinne Rey-Bellets und ihres Bruders am 30. April dieses Jahres durch einen Offizier der Schweizer Armee hat beim Bundesrat keinerlei Spuren, keine Nachdenklichkeit hinterlassen. Bern schert sich keinen Deut um die Gefährlichkeit der in schweizerischen Haushalten gelagerten Armeewaffen. Wie viele Unglücke und Suizide muss es noch mit Sturmgewehren und Pistolen geben?

Symbolische Abrüstungsaktion der Schweizer Haushalte
Die Kampagne gegen Kleinwaffen hat heute gleichsam als «Nachschlag» zur Annabelle-Petition weitere 7’715 Unterschriften für eine wirksamere Waffenkontrolle bei der Petitionskommission deponiert, die sie schon im Vorfeld der Waffengesetzrevision gesammelt hat. In einer Aktion in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe Interpixel wurden gleichzeitig um 11.00 Uhr auf der Berner Bundeshausterrasse ein Dutzend (Spielzeug-) Waffen mit einer gelben Handwalze plattgedrückt – als symbolische Abrüstungsaktion der Schweizer Haushalte.

Lancierung einer Volksinitiative in Vorbereitung
Die Kampagne gegen Kleinwaffen wird im übrigen nach abgeschlossener Beratung über die Waffengesetzrevision auf den Freitag, 20. Oktober zu einer Konferenz einladen, an der die Lancierung einer Volksinitiative diskutiert wird, die die fehlende Waffenkontrolle – sei dies nun bei den Armeewaffen oder bei einem griffigen Waffengesetz – korrigieren soll.
Handwalze verschrottet Waffen
Wenn die Walze unerbittlich rollt...
Am Dienstag, 26. September 2006 um 11 Uhr morgens wohnten PassantInnen auf der Berner Bundeshaus-terrasse einem ungewöhnlichen Vorgang bei: Leute der Künstlergruppe interpixel und der Kampagne gegen Kleinwaffen fuhren eine echte Handwalze auf und machten (Spielzeug-)Waffen vollständig platt – symbolisch für ihre Forderung nach einer Waffen-Abrüstung der Schweizer Haushalte. Anschliessend überbrachten sie 7’715 Petiti-onsunterschriften für eine wirksame Waffenkontrolle der Bundeskanzlei (siehe Appell links).
Plattgemachte (Spielzeug-)Waffen Überbleibsel der Verschrottungsaktion ZuschauerInnen der Verschrottungsaktion
Untere drei Bilder: atelier roland c. bass
Oberes Bild: Kampagne gegen Kleinwaffen