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Der Gartenhof und die Familie Ragaz

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Bild Gartenhofstr. 7 Zürich

Das Sekretariat des Schweizerischen Friedensrates befindet sich seit 1972 an einem Ort mit langer pazifistischer Tradition. Der Gartenhof war immer ein Treffpunkt friedenspolitisch engagierter Menschen, und zahlreiche pazifistische Vorstösse hatten hier ihren Ursprung. 

Die 1924 gegründete Zentralstelle für Friedensarbeit und die ihr angegliederte Pazifistische Bücherstube hatten ihren Sitz am Gartenhof, ebenso der SCI während 40 Jahren.


Mit den Büros der Zeitschrift für Friedenspolitik friZ (vormals friedenszeitung) und dem Einzug der cfd-Frauenstelle für Friedensarbeit 1993 ist der Gartenhof wieder verstärkt zu einem Zentrum der Friedensarbeit geworden.

Der Gartenhof bietet eine kleine Bibliothek mit friedenspolitischer Literatur (während der Präsenzzeiten öffentlich zugänglich, Ausleihe möglich) und einen kleinen Saal, der für Anlässe oder Sitzungen gemietet werden kann:

Infos und Kontakt: Tel. 044 242 93 21 oder per e-mail: info@friedensrat.ch




Die Gartenhof und die Familie Ragaz

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Dieses nicht verdunkelte Haus ist wie vielleicht kein anderes in der Schweiz dem Kampfe gegen den Krieg gewidmet.»

Das schrieb Leonhard Ragaz im Herbst 1937. Gemeint war das Haus an der Gartenhofstrasse 7 in
Zürich-Aussersihl, das bei einer Verdunkelungsübung – zum Protest gegen den Fatalismus und die Verharmlosung des Kriegs – standhaft in die dunkle Stadt Zürich hinaus geleuchtet hatte. Im «Gartenhof» wohnte seit 1924 die Familie Ragaz. Nachdem Leonhard Ragaz 1921 freiwillig als Theologieprofessor an der Uni Zürich zurückgetreten war, hatte er im Gartenhof ein Zentrum für Arbeiterbildung aufgebaut. Was Ragaz von diesem Haus schrieb, kann auch auf die ganze Familie Ragaz gemünzt werden: Auch sie widmete sich seit dem Ersten Weltkrieg der Friedensarbeit, in all ihren Facetten:

Clara Ragaz-Nadig (1874-1957) als Mitbegründerin der Schweizerischen und Vizepräsidentin der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit und Leonhard Ragaz (1868-1945) – der vor der Zürcher Professur im Bündnerland und in Basel Pfarrer gewesen war – als Präsident der Schweizerischen Zentralstelle für Friedensarbeit und des Schweizerischen Zweigs des Rassemblement Universel pour la Paix.

Schon seit der Zwischenkriegszeit wurde dieses Engagement von den Kindern Christine Ragaz (1905-1983) und von Jakob Ragaz (1903-1985) und dessen Frau Trudi Ragaz-Fricker (1917-2000) mitgetragen und weitergeführt: In der Religiös-Sozialen Bewegung, in der während des Zweiten Weltkriegs im Gartenhof ansässigen Auskunftsstelle für Flüchtlinge, in der Redaktion des ‘Aufbau’ und der Beherbergung einer grossen Zahl von Friedensorganisationen – darunter auch des SFR.

Ruedi Brassel-Moser